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Geliked, bestellt, bewertet.

Online Shopping. Nicht alle mögen es, aber fast jeder tut es. Man befindet sich z.B. in Wien und bestellt Möbel aus Schweden, Mode aus Paris und Technik aus Asien. Es braucht nur ein paar Klicks und man bekommt sogar vom Supermarkt nebenan ein volles Einkaufssackerl geschickt. Der Weg bis zur finalen Kaufentscheidung dauert aber normalerweise länger als ein bis zwei Mausklicks. Um diesen Weg zu verkürzen und damit möglichst wenig potentielle Käufer zu verlieren, heißt der neueste Trend: Social Shopping

Social Shopping – Inhaltsloses Buzzword oder doch mehr?

Die Begriffsbedeutung ist relativ breit gefächert: Einerseits versteht man unter Social Shopping den kaufbezogenen Austausch von Kunden via Social Media wie z.B. Facebook, Pinterest oder Instagram. Hier teilt man mit Freunden neue Outfits, empfiehlt sich gegenseitig die neuesten Must-Haves oder verlinkt Personen mit bestimmten Marken, die gefallen könnten. So machen sich Fans selbst zu Werbeträgern und Markenbotschaftern. Denn ein gesponserter Beitrag wird verständlicherweise nicht so oft geklickt wie ein Link, der von einem Freund versendet wurde. Das bedeutet für Marken: Werdet zum Gesprächsstoff und haltet die Community mit Online-Content bei der Stange.

Im weitesten Sinne gehört sogar die Rezension- und Kommentarfunktion bei Amazon zu Social Shopping. Denn Hand aufs Herz, wer liest keine Kommentare, bevor er etwas bestellt?

Neuerdings ist damit aber auch das direkte Shopping über soziale Netzwerke gemeint. So haben sich z.B. Pinterest und Facebook dazu entschieden, eine Kaufmöglichkeit auf ihrer eigenen Plattform anzubieten. Anstatt auf eine externe Seite des Händlers weitergeleitet zu werden, hat der Kunde nun die Möglichkeit, direkt über die sozialen Netzwerke einzukaufen. Ein kürzerer Weg für den Kunden, zusätzlicher Verdienst für die Plattform, die natürlich mitschneidet und höhere Bestellzahlen bei den Anbietern. So zumindest die Theorie.

Auch Instagram ist auf den Geschmack gekommen.

Erstaunlicherweise hatte die Plattform bis vor kurzem noch kein Ertragsmodell. Erst im Juli 2016 wurden geschäftliche Profile eingeführt, mit denen sich Schaltungen in den Feeds der Nutzer buchen ließen. Verständlich, dass sich die Idee des direkten Shoppens hier, besonders Mode betreffend, gerade zu aufdrängt. Hatte man früher noch Hochglanz-Magazine mit Bezugsquellen für jedes einzelne gezeigte Modestück, kann man heute gleich direkt vom Posting aus bestellen. Einfacher geht’s nicht mehr. Derzeit befindet sich diese Funktion bei Instagram allerdings noch in der Testphase.

Also ist der Kaufbutton ein Selbstläufer?

Natürlich kann alles Mögliche auf diesem Weg verkauft werden. Bei beratungsintensiven Produkten mit langer Kaufentscheidung, wie z.B. einem Auto, wird einem der Gang zum Händler aber nicht erspart bleiben. Da hilft auch ein schöner Kaufbutton nicht, diesen Vorgang zu beschleunigen. Impulsive Kaufentscheidungen aus Bereichen wie Fashion und Beauty werden durch diese Maßnahme jedoch gefördert. Ein Klick, Touch oder Swipe und das Teil ist sofort bestellt und wird direkt nachhause geliefert. So bequem war Shopping noch nie.

Einfach machen oder besser lassen?

Grundsätzlich eine gute Idee, da Kosten und Aufwand gering sind, aber wie so oft ist Vorbereitung alles. Aufmerksamkeit in der Community zu bekommen, ist keine 5-Minuten Angelegenheit. Zu gewollte Kommunikation geht oft nach hinten los und besonders das Internet ist ein Ort, der Fehler ungern vergisst. Muss ja nicht gleich der sagenumwobene Shitstorm sein, aber schlechte Produkt- oder Servicebewertungen fallen auch schnell ins Gewicht. Danach die Community wieder zufriedenzustellen, braucht einiges an Aufwand und Zeit.

Was die Kaufoption via Social Media betrifft, ist die Vertrauenswürdigkeit der verschiedenen Kanäle ein wichtiger Faktor. Datenleaks, Datenspeicherung und der Handel mit persönlichen Daten sind immer wieder Thema. Vor allem bei Social Media Kanälen, deren Geschäftsmodell darauf beruht, Daten zu Targeting/Werbezwecken an Dritte zu verkaufen, ist da eine gewisse Skepsis nur natürlich. Das verunsichert wiederum den User und verbindet Social Shopping mit einem gewissen Risiko. Was wiederum die Frage aufwirft: Sollte Social Media nicht einfach Social Media bleiben?