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The Latest Shit

2016 wird das Jahr von Snapchat, heißt es aus Expertenkreisen. Vor nicht einmal fünf Jahren in Kalifornien – wo sonst? – gegründet, freut sich der Instant Messaging Dienst bereits über 100 Millionen aktive Nutzer, die rund 10 Milliarden Videos pro Tag auf Snapchat ansehen und jede Sekunde um die 9.000 Fotos teilen. Zahlen, die vor allem Facebook nervös machen, auch der zweite Übernahmeversuch durch Mark Zuckerberg & Co. ist bereits gescheitert. Na, und wenn ein Gigant wie Facebook das Nervenflattern kriegt, dann muss ja was dran sein an der Geschichte vom Siegeszug von Snapchat, oder?

Zunächst einmal: Wie funktioniert überhaupt Snapchat?

Im Prinzip einfach. Man schickt kleine Kurznachrichten vornehmlich als 10 Sekundenfilmchen an seine Follower und diese Filmchen zerstören sich – wie bei der alten Agentenserie „Cobra, übernehmen Sie!“  – nach ein paar Sekunden von selbst. Man muss jetzt kein Schelm sein, um sofort zu erahnen, dass die Verwendung von Snapchat in seinen Anfangszeiten natürlich vor allem im Versenden von Eindeutigkeiten nichtjugendfreier Natur lag. Nachdem das mit dem vollständigen Zerstören von Nachrichten dann doch nicht so einzuhalten war – inzwischen gibt es sogar Apps, die gelöschte Nachrichten wieder herstellen – hat Snapchat seine Funktionen mittlerweile erweitert und die privat übermittelten Bilder und Filme sind hauptsächlich harmlose Blödeleien.

Akne-Alf und Pickel-Fred

Das erklärt auch den momentanen Altersschnitt der User von Snapchat, der durch die Clearasil-Fraktion der 13-14 Jährigen dominiert wird. Und weil mit denen wiederum nicht das große Geld zu machen ist, ist Snapchat mit diversen Medienhäuser Kooperationen eingegangen, um mithilfe deren Contents die vielbesungenen Millennials zu ködern. Medien wie MTV, CNN & Co. dürfen für kolportierte 50.000 USD pro Tag auf der Plattform ihre News für jeweils 24 Stunden verbreiten (dann Selbstzerstörung) und sich dafür an die jüngeren Zielgruppen anhängen. Samt entsprechender Hippness, eh klar.

Geld kommt zu Geld

So gesehen wird 2016 sicher das Jahr von Snapchat, das bereits heute von Analysten auf 19 Milliarden USD geschätzt wird. Kaum ein Medienunternehmen wird in seinen Bemühungen, möglichst alle Kanäle zu bespielen, in den nächsten 12 bis 18 Monaten nicht mit Snapchat experimentieren. Und kaum eine Digitalabteilung im Marketing oder auf Agenturseite wird es verabsäumen, mit irgendwelchen Aktionen dabei zu sein, nur um dabei zu sein. Das wird Snapchat viel Geld bringen. Sehr viel Geld. Und das wird 2016 definitiv zum Jahr von Snapchat machen.

Kann man, muss man nicht

Snapchat ist also The Next Big Thing. Wer das leugnet, ist ein Taliban in der digitalen Welt. So viel ist mal sicher. Genauso wie die Tatsache, dass noch nie etwas so heiß gegessen wie gekocht wurde. Der beste Beweis dafür ist wohl eines der bisherigen Aushängeschilder des Snapchatmarketings: eine eigene Kampagne im Rahmen der letzten Super Bowl von niemand geringerem als Audi, wo mit sicher nicht geringem Aufwand die Zahl der Follower um 5.500 gesteigert werden konnte. Super Bowl! 5.500 mehr Follower! Weltweit! Dies nur so als Richtwert, falls jemand am Tisch den Vorschlag bringt, man müsse und man müsse unbedingt jetzt.

Quellen